Spontaner Besuch

Ich weiß, dass mein Schatz ziemlich spontan sein kann. Aber als er schrieb, er würde kurz mal für eine Woche mit seinem Bruder bei mir in Guatemala vorbeischauen war ich schon ganz schön baff!  Ein paar Wochen vor dem angekündigten Datum hatten die beide noch keinen Reisepass, keinen Flug, keine Kreditkarte .. aber irgendwie haben die beiden Lebenskünstler es wie immer doch geschafft was sie sich in den Kopf gesetzt hatten.

Am Sonntag hab ich die beiden vom Flughafen in Guatemala Stadt abgeholt. Gefahren hat uns der Busfahrer des Vertrauens meiner Gastfamilie namens Mario. Er hat mir eine guatemaltekische Weisheit verraten:

Wenn etwas für dich ist, dann ist es für dich; aber wenn etwas nicht für dich ist, dann ist es nicht für dich.

Gemeint hat er damit, dass nichts per Zufall geschieht. Sein Beispiel war: Du willst mit deinen Freunden auf einen Vulkan gehen und alle freuen sich auch schon darauf, aber am Tag davor wirst du krank. Dann ist dieser Vulkan wohl nichts für dich und du sollst das besser lassen. Das gleiche gilt auch in der Liebe: Wenns nicht funktioniert, dann solls wohl nicht sein.

Die Jungs kamen am 1. November, da ist bei uns „Allerheiligen Allerseelen“ und auch in Guatemala feiert man ein Fest für die Verstorbenen. Hier nennt man den Tag „Día de los muertos“. Ich hab von dem Fest nicht so viel gesehen, aber Mario hat mir alles haargenau erzählt:

Man geht auf die Friedhöfe und bringt Blumen und Kerzen mit, es wird gebeetet, gesungen, getanzt, man isst und trinkt Bier. Manche übernachten sogar auf den Friedhöfen und spielen mit Musikinstrumenten und machen die ganze Nacht Party am Friedhof. Dabei gleicht der Friedhof eher einem bunten Markt. Tagsüber werden knallbunte Drachen steigen gelassen. Es gibt auch in manchen Orten richtige Wettkämpfe wer wohl den schönsten und größten Drachen besitzt. Im Gegensatz zu dem eher traurigen, triesten und grauen Fest bei uns ist hier alles bunt, heiter und lustig.

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Der Himmel über Antigua ist am 1. November von Drachen bedeckt!

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Michelle, ihre Gastschwester und ich waren ein paar Tage vorher auch Drachensteigen.

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Da Mario und ich viel zu früh am Flughafen waren gab er mir noch eine kleine Rundfahrt durch Guatemala Stadt.

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So hübsch ist die Hauptstadt nicht, find ich und sie ist auch ziemlich gefährlich! Hier gibts ziemlich viele gewalttätige Gangs und jede Woche sterben an die 20 Busfahrer ..

Nachdem wir die Jungs abgeholt haben gings wieder zurück nach Antigua. Ich hab ihnen die Märkte und die Stadt kurz gezeigt. Dominik hat sich eine Trommel gekauft.

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Danach haben wir gegessen und sind todmüde in Bett gefallen.

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Am nächsten Tag begannen wir unsere Reise zur Pazifikküste zu dem Surferparadies „El Paretón Buena Vista“. Wir haben uns für den abenteuerlichen Weg mit dem Chickenbus entschieden:

  • Erst mit dem Bus von San Juan del Obispo nach Antigua.
  • Von dort aus mit einem anderen Bus nach Esquintla und versuchen dort aussteigen, wo die Busse nach Sipacate fahren.
  • Kurz vor der Stadt Sipacate aussteigen und mit Tuc-Tuc oder mit einem Taxi nach El Escondite (=ein Hafen) fahren.
  • Von dort aus mit einem Boot den Fluss entlangfahren bis nach El Paredon Buena Vista .

Die Fahrt hat einen halben Tag gedauert, dafür war sie ziemlich abenteuerlich und wir haben bloß um die 50 Quetzales bezahlt.

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Wir im Tuc-Tuc

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Und dann im Boot

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El Paredón ist genau das Gegenteil von den touristenüberlaufenen Orten an denen ich bis jetzt immer war. Wir stiegen aus dem Boot aus und hatten einfach mal null Plan wo wir hin mussten. So liefen wir durch die stechend heiße Mittagshitze über den schwarzen Sandstrand in der Hoffnung eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden.

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Das einzige was wir fanden war ein Schwein, das random herumstand und uns sein Ringelschwänzchen zeigte.

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Nachdem wir dann doch ein paar Einheimische nach dem Weg gefragt hatten schafften wirs dann doch noch. 2 Nächte blieben wir im Hostel „Surf Houce“, was echt ein Glückstreffer war! Ich fühte mich wie im Paradies! Wie haben in Hängematten gechillt

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Kokosnüsse geschlürft

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Haben den Sonnenuntergang beobachtet

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Einen crash Kurs im Surfen gemacht

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Wir haben Schildkrötenbäbys beim ins Meer krabbeln zugeschaut

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In dieser süßen Hütte haben wir geschlafen

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Wir haben Beachvolleyball mit den Leuten von einem anderen Hostal gespielt und obwohl wir den ganzen Tag gechillt haben ist die Zeit extremst schnell vergangen und wir fuhren mit dem Shuttel wieder zurück nach Antigua. Am Abend feierte ich das das letzte mal mit all meinen neuen Freunden und zum Abschied haben wir uns alle noch mal geknuddelt. Um 1 in der Nacht fuhren wir mit dem Taxi heim, aber wir gingen gleich gar nicht schlafen, weil wir um 3:30 schon wieder von unserem Shuttel zu den Copan Ruinen der Maya in Honduras abgeholt wurden. Das nicht-schlafen war gar nicht so die gute Idee gewesen, da es bei der 7 Stunden langen Fahrt, im fast vollbesetzten, ungemütlichen Shuttel, bei verdammt schlechten Straßenbedingungen nicht einfach ist zu schlafen. Ich bin froh, dass ich in meiner Zeit hier nur ein einziges mal eine Grenze überqueren muss, denn es ist ziemlich nervenaufreibend .. vielleicht waren wir aber auch einfach nur müde.

Nach einer kleinen Siester in unserem Hostel Berakah ritten wir mit Pferden auf einen Berg um eine kleinere Maya Stätte anzuschauen.

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Es war wohl früher ein Art Krankenhaus, Geburtsstätte und Ort der Fruchtbarkeit gewesen. Man sieht 4 skulpturen: einen Frosch, ein Krokodiel, einen Fuß und eine Frau bei der Geburt.

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An unserem letzten gemeinsamen Tag besuchten wir die große Maya Stätte von Copan. Dort könnte man einen ganzen Tag verbringen, so viel giebt es dort zu sehen. Im Vergleich zu den riesigen und ei drucksvollen Maya Ruinen von Tikal in Guatemala sind die in Copan eher kleiner, jedoch detailreicher.

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Am Ende dieser Woche bin ich einerseits stolz auf mich, da ich die ganze Woche selber organisiert hab und alles mit meinem bisschen Spanisch sagen und erfragen konnte, da die beiden Jungs kein Wort Spanisch sprechen. Andererseits bin ich traurig, dass die beiden wieder nach Hause fliegen, da die Woche mit ihnen auf jeden Fall eine der schönsten bis jetzt war. Und dann bin ich gleichzeitig auch noch mega aufgeregt, da jetzt meine Reise durch Honduras beginnt. Ich bin gespannt was mich dort alles erwarten wird!

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