Dinge kommen, Dinge gehn


Mit 25 Grad Celsius ist es eigentlich nicht kalt hier am „Lago de Yojoa“. Aber ich frier trotzdem ein bisschen, ich hab mich wohl ziemlich an die karibischen Temperaturen gewöhnt. Ich will gar nicht wissen wie sehr mir kalt sein wird wenn ich am 22. Dezember wieder zurück nach Österreich in den tiefsten Winter komm – brrr ..

Ich werde mein letztes Stück der Reise nicht alleine reisen, sondern mit Paul. Wir haben zusammen den Scuba Diving Kurs auf „Utila“ gemacht. Er kommt aus der USA genauer aus Virginia. Seine Reise hat in „Utila“ begonnen und wird bis ungefähr April dauern. Das ist allerdings nicht sein erster Trip. Für ein paar Monate ist er mit seinem Auto schon durch beinahe alle Vereinigten Staten gedüst. Einen Europa-Trip hat er auch gemacht, wobei er nicht im schönen Österreich war und damit ziemlich viel verpasst hat. Er hat Film studiert, sich jedoch entschieden Fotograf zu werden. Noch begnügt er sich mit Hochzeiten und Kinderfotos, jedoch ist sein großer Traum ein Reisefotograf zu werden. Vor seiner Reise arbeitete er in einem kleinen Kaffee.

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In der Nähe vom See „Yojoa“ ist unser Hostal D&D. Es wirkt wie in den Urwald gepflanzt. Schmale Schotterwege verbinden das Restaurant und den Pool mit den anderen kleinen Häuschen. Es gibt eine Lagerfeuerstelle um die sich am Abend alle versammeln, gemütlich ihr Bier trinken und sich unterhalten. Das Hostal ist auch gleichzeitig eine Brauerei und stellt 5 verschiedene Sorten Bier her, die natürlich alle probiert werden mussten. Yummy !

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Tagsüber gibts jede menge Sachen zu machen. Mein neuer Travel Buddy und ich haben in der Höhle „Taulabe“ die extrem Tour gemacht, das heiß statt bloß darin herum zu spazieren sind wir herum geklettert und dabei ziemlich dreckig geworden.

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Auf dem Foto ist gerade eine Fledermaus an uns vorbei geflogen.

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Unsere Schuhe waren nach der Höhle ganz schön dreckig, genauso wie alles andere.

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Der Bus zurück kam und kam irgendwie nicht und so haben wir Autogestoppt. Und tatsächlich hat uns nach ein paar Minuten ein Typ im Pick Up mitgenommen. Wir saßen hinten drauf und genossen den Fahrtwind als der Fahrer plötzlich zu einer Art Raststation zukehrte. „Bin gleich wieder zurück“, sagte er und kam mit Snacks und Cola für alle wieder zurück. Wir saßen bestimmt eine Stunde zusammen auf der Ladefläche des Pick Up, aßen Chips, tranken Cola und unterhielten uns. Er sprach ziemlich gut Englisch und erzählte uns von seiner Reise nach Europa. In der Schule hatte er Deutsch gelernt und ist für einen kurzen Trip auch in Deutschland gewesen. Zum Schluss hat er uns noch eingeladen zu seiner Kaffeeplantage zu kommen. All diese Freundlichkeit hatte ich echt nicht erwartet.

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Doch man sollte sich durch so eine überraschend nette Begegnung nicht zu sicher fühlen und unvorsichtig werden. Das mussten wir auf die harte Tour erfahren. Mit einem Bus sind wir weiter zu unserem Hostal gefahren. Paul legte seinen Rucksack auf die Ablagefläche ober den Sitzen .. als wir aussteigen wollten war er nicht mehr da. Ich hab noch nie in meinem Leben jemanden so fürchterlich auf englisch fluchen gehört wie es in diesem Moment Paul tat. Anscheinend hatte die Frau, die neben uns saß sogar den Mann gesehen, der den Rucksack genommen hat und bei der Hintertür des Busses ausgestiegen war. Gesagt hat sie aber erst später was. In dem gestohlenen Rucksack befand sich all sein Kameramaterial für seine angehende Kariere als Fotograf. Alles zusammen war das extremst viel Wert. Am Abend mussten wir deshalb ein paar mehr Bier und Tequila trinken als sonst.

Am Tag nach diesem Vorfall musste Paul in die nicht ganz ungefährliche Stadt „San Pedro Sula“ zu der Polizeistation fahren, nur so kann er später Geld von der Versicherung bekommen. Blöderweise war an diesem Tag Stromausafall in fast ganz Honduras und die Polizeistation hat natürlich keinen Akregator so wie zum beispiel PizzerHut einen hat. Nach einer ewigstlangen Wartezeit bekam er dann am Abend endlich seinen wichtigen Zettel und kam todmüde zum Hostal.

Ich war an diesem Tag nicht mit in „San Pedro Sula“. Stattdessen war ich am See Kajak fahren mit zwei Mädchen aus Dänemark und einem Kanadier.

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Unsere neue Pick Nic Creation: Tortillas mit Banane und Chips.

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Der Plan für den Nächsten Tag wäre ein Wasserfall gewesen, aber es hat in Strömen geregnet und so entschieden wir uns bloß durch das nahe gelegene Naturschutzgebiet zu spazieren und Vögel zu beobachten.

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Jeden Abend als wir am Lagerfeuer saßen zündeten 2 Mädchen aus den Niederlande eine weiße Kerze an. Die Kerze hatten sie bemalt mit weihnachtlichen Symbolen und Nummern von 1 bis 24. Jeden Abend ließen sie die Kerze genau eine Nummer lang brennen. Das war ihr Ritual, denn Weihnachten würden sie nicht zu Hause verbringen. Es stimmt, es ist wirklich schwierig Weihnachtsstimmung zu entwickeln, wenn es heiß ist, die Sonne scheint und du am Strand sitzt.

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Ein Gedanke zu “Dinge kommen, Dinge gehn

  1. Die Geschichte war echt interessant! Tut mir Leid für deinen Kumpel und sein kameramaterial. Ich hoffe er bekommt was
    Von der Versicherung wieder. Schade dass die Tour so enden musste :-/ was es doch für hinterhältige Menschen gibt.
    Die Fotos von der kayaktour gefallen mir total! Liebe Grüße aus Deutschland.

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